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Die meisten kulinarischen Kompositionen, im Terra Rossa sind wirklich sehr gelungen.

Mediterranes, romantisches Wohlfühllokal, mit Deckenfresko von Tizian und anderen berühmten italienischen Malern. Beim Terra Rossa (Rote Erde) handelt es sich architektonisch um ein klassisches Atriumhaus. Zum besseren Verständnis, die Luft- und Lichtverhältnisse sind durch eine Öffnung im Dach, in der Mitte des Raumes, optimal geregelt.


Die Wand in der stimmungsvollen Farbe terracotta (rot-Orange), edle beige Polsterbezüge bei den bequemen Sesseln, und gemütliche Tische.


Die älteste Tochter des Huber-Heurigen-Clans fühlte sich schon immer vom südländischen Flair angezogen und hat sich mit diesem Restaurant einen Traum erfüllt. Nebenbei betreibt sie noch den Heurigen „Sissi Huber“.


Weine aus Frankreich, Italien, Spanien, aber auch gute Tropfen aus Österreich können neben ausgezeichneten antialkoholischen Hauslimonaden bestellt werden. Die mediterranen Speisen sind durch die Bank fast immer ein Augen- und Gaumenschmaus und werden zusätzlich noch sehr kreativ und appetitanregend in der Speisekarte umschrieben bzw. beschrieben.

Über eine Treppe, welche mit stimmungsvollen Laternen (mit echten Kerzen) beleuchtet wird, gelangt man auf die große und begrünte Terrasse. Das Restaurant besteht aus unteren Ebene, wo sich die sehr sauberen Toiletten (Warmwasser) befinden. Das Erdgeschoss umfasst neben der Küche und dem Barbereich einen sehr schönen, lichtdurchfluteten Gastraum, in den sich nebst einigen kleine Tische mit dazugehörenden Sesseln auch zwei extragroße Tisch für größere Gruppen befinden.
Desweiterem gibt es noch einen ersten Stock bzw. ein Dachgeschoss, welches ebenfalls den Gästen zur Verfügung steht.
Im Hintergrund laufen französische, italienische und spanische Lieder, um die Illusion vom Urlaub im Süden zu komplettieren.
Unser Essen:

  • Erdäpfel Kresse Suppe (Zu Cream gewordene Erdäpfel mit vitaminreiche Gartenkresse als kulinarischer Befreiungsschlag gegen das Grau in Grau des Herbsts)
  • Kürbiscremesuppe –Süßkartoffel –Flusskrebse (In einer Kürbiscremesuppe Freistil schwimmende Flusskrebse, der Sieger erhält die Süßkartoffel)
  • Risotto –Kräuterseitlinge –Schwarzer Trüffel (Cremiges Risotto, gebratene Kräuterseitlinge &schwarze Trüffel)
  • Risotto –Calamari –Schwarze Tinte (Cremiges, schwarzes Risotto mit Calamari)
  • Rehkeule –Kürbis –Speck –Honig –Birne –Safran –Preiselbeersaftl (Schüchternes Reh, das, versteckt hinter einer Honig-Safran-Birne, das stylische Speckmäntelchen des Hokkaido-Kürbisses bestaunt)
  • Wildschwein –Kürbiskern –Ei –Blattsalat (Saftiger Wildschweinrücken, der dank eines figurbetonten Kürbiskernpanade-Mantels bei einer schweinischen Modeschau den ersten Preisel gewonnen hat, dazu Blattsalat)
  • Moelleux au Chocolat (Schokoladentörtchen mit flüssigem Kern)
  • Tiramisu (Hausgemacht)

Die meisten kulinarischen Kompositionen, im Terra Rossa sind wirklich sehr gelungen. Vereinzelt kommt es aber leider immer wieder zu kulinarischen „Unfällen“, welche den positiven Gesamteindruck etwas relativieren.


So geschehen z.B. bei der Kürbis-Süßkartoffelsuppe, welche noch zusätzlich (unnötigerweise) total verkochte Flusskrebse als geschmacklose Einlage hatte. Die Kürbiscremesuppe selbst hat eigentlich nur nach Süßkartoffeln geschmeckt, lediglich das Kürbiskernöl und die darüber gestreuten, gerösteten Kürbiskerne haben etwas vom Kürbisgeschmack abgegeben.


Ein Problem der Speisekarte: Durch die vielen kreativen und witzig formulierten Speisenumschreibung geht gelegentlich der eigentliche Informationsgehalt verloren, oder man kann ihn zumindest sehr leicht überlesen. Beispiel gefällig?


Man liest „Saftiger Wildschweinrücken“überliest dabei aber vielleicht (so ist es zumindest uns ergangen), dass dieses wunderbare, ursprünglich sehr saftige Stück Fleisch, mit einer sehr geschmacksintensiven Kürbiskernpanier umhüllt und dadurch leider ziemlich ausgetrocknet zum Gast gelangte. Genau hier lag das Problem vom Wildschweinrücken, das Fleisch war weder saftig, noch wirklich zu schmecken, geschmacklich hat hier lediglich die Kürbiskernpanier dominiert.


Die Erdäpfel Kresse Suppe hielt was sie versprochen hat. Eine wunderbar gut abgeschmeckte, würzige, sämige Kartoffelsuppe, mit frischer Kresse. Ein Gedicht! 
Gebratene knackige Kräuterseitlinge wurden in ein wunderbar cremiges Risotto integriert, grandios abgeschmeckt und zusätzlich noch mit gehobeltem schwarzen Trüffel veredelt. Ein Traum!


Die Rehkeule schmeckte grandios, und zerging förmlich auf der Zunge. Die Hokkaido-Kürbis-Spalten waren schön knackig und zusätzlich noch mit abgebratenen Speckstreifen umwickelt, eine hervorragende Kombination. Dazu passend, die wunderbar weiche und geschmacksintensive Honig-Safran-Birne, die Preiselbeermarmelade und das köstliche Safterl.


Anders als ursprünglich vermutet war das kulinarische Highlight des Abends weder der Wildschweinrücken, noch die Rehkeule, sondern das schwarzes Risotto, welches ursprünglich von meiner Frau bestellt wurde. Bereits optisch ein Erlebnis! Cremiges Risotto, welches mit schwarzer Tinte eingefärbt war, dazu die vielen kleinen köstlichen Calamari und etwas Grana Padano darüber gehobelt. Nicht nur optisch ein sehr schöner schwarz-weißer Kontrast, auch geschmacklich war diese kulinarische Komposition nicht zu übertreffen. Achtung: Wirklich schwarz wie die Nacht!


Das Schokoladentörtchen mit flüssigem Kern war auf den Punkt getroffen. Es hätte aber ruhig eine Spur größer sein dürfen. Verglichen z.B. mit dem traumhaften, selbstgemachten Tiramisu im Rexglas, war das Schokotörtchen wirklich winzig.


Noch ein Wort zum Service: Dieser ist sehr zuvorkommend und nett gewesen.
Von der Besitzerin (Wirtin) war ich ein klein wenig enttäuscht, da wir von ihr nicht einmal begrüßt wurden, obwohl wir ihr direkt entgegengekommen sind, als wir das Lokal betraten. Auch sonst blieb sie eher sehr verhalten, im Hintergrund tätig. Die Betreiberin hat sich ausschließlich nur mit den Personal unterhalten und war zusätzlich noch mit einer Martinigansl-Fotopräsentation beschäftigt. Man mag mich jetzt für altmodisch und vielleicht auch konservativ halten, aber von einem Wirtin erwarte ich mir etwas mehr Präsenz gegenüber den Gästen.


Aber abgesehen davon kann ich das Terra Rossa sowohl vom Ambiente, Service und von den Speisen her, fast uneingeschränkt jedem nur empfehlen.

Fazit: Speisen: 8,00 | Ambiente: 10,00 | Service: 6,00

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