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Mittagstisch (aus 2 Bewertungen die Highlights zusammengefasst)

Angetrieben durch Ihre große Back- und Kochleidenschaft zerstreute Barbara Chira die 1000 Bedenken, hat sich ein passendes Geschäftslokal herausgesucht, ihren Job gekündigt und im Herbst 2012 schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.


Anfang 2013 gab es noch große Renovierungsarbeiten durchzuführen. Unter anderem wurden alle Fliesen und Wandvertäfelungen des Vorbesitzers rausgerissen. Die Geschäftsführerin Barbara Chira hatte sehr konkrete Vorstellungen von ihrem zukünftigen Lokal „Mittagstisch“. Sowohl was das Konzept „Mittagstisch“ als auch das Aussehen des zukünftigen Lokals betraf.


Ein richtiger Blickfang des Lokals sind neben dem sehr robusten roh gezimmerten Holztisch, die wunderschönen bunten Zementfliesen, die extra für das Geschäft „Mittagstisch“ in Marrakesch angefertigt wurden.

 

Das Konzept: Ein kleines Lokal in dem frisch gekochtes Essen ausgegeben wird und dies fast ausschließlich zur Mittagszeit. Auf Anfrage besteht die Möglichkeit am Abend eine geschlossene Gesellschaft, auf Wunsch mit Weinbegleitung, für bis zu 12 Personen stattfinden zu lassen. Die offiziellen Öffnungszeiten des Mittagstisch sind aber selbstverständlich nur zur Mittagszeit zwischen 11:30 und 15:30, der Name ist also Programm.

 

Beim Betreten des Szenelokals stellt man sehr bald fest, wie ungewöhnlich und auch einzigartig nicht nur das Konzept, sondern auch die Lokalität ist. Inmitten des Geschäfts steht ein einzelner wuchtiger roh gezimmerter Holztisch mit 10 Sesseln. Dieser lädt förmlich dazu ein ihn auch als kommunikative und als gesellige Begegnungsmöglichkeit zu nutzen. Es ist jedenfalls ein sehr schönes Gefühl (so bei uns heute passiert), wenn ein vermeintlich Fremder einem einen guten Appetit wünscht. Wer unbedingt alleine sitzen möchte für den gibt es noch zwei Hocker im Fensterbereich oder auch die Möglichkeit sich das Essen ganz einfach einpacken zu lassen.

Wie bereits erwähnt gibt es hier nur Selbstbedienung, was aber nicht weiter stört. Die offene Küche befindet sich direkt hinter der Vitrine, im Gastraum und die angeboten Tagesspeisen kann man auf den gut leserlichen, handgeschriebenen Wandtafeln entnehmen. Als Gast begibt man sich vor die Vitrine/offene Küche und teilt seinen Essenswunsch mit. Anschließend kann man beobachten wie z.B. der große Topf auf dem Herd geöffnet und das noch sehr heiße Essen am Teller mit verschieden anderen Zutaten angerichtet wird.


Mit einen freundlichen lächeln bekommt man das Essen überreicht, kann sich auf der Vitrine noch das dazu nötige Besteck nehmen und sich zu Tisch setzen. Bezahlt wird erst am Schluss, wie bei einem normalen Restaurant üblich.


Erwähnenswert scheint mir auch, dass man nicht dazu genötigt wird Getränke zu konsumieren. Am Tisch findet man eine mit Leitungswasser gefüllte Karaffe sowie unendlich viele umgedrehte Gläser. Dies ist zur freien Entnahme gedacht. Wer unbedingt ein Getränk käuflich erwerben will, kann sich sowohl Softdrinks, Mineralwasser aber auch alkoholische Getränke aus der Kühlvitrine nehmen.


Auf der Homepage kann man außerdem noch die nützliche Informationen entnehmen, dass Obst und Gemüse zum Großteil aus biologischer Landwirtschaft verwendet wird. Des weiteren werden ausschließlich Bio-Freilandeier genutzt und das verwendete Fleisch bezieht man vom Fleischer des Vertrauens, der wiederum sein Fleisch von klein strukturierten Bauernhöfen aus dem Waldviertel bezieht.


Kaffeeliebhaber dürfen sich auf den ausgezeichneten italienischen Kaffee der Rösterei Caffé New York freuen, welcher garantiert ganz großartig zu einer der täglich wechselnden selbstgemachte Nachspeise mundet.

Essen:
  • Karfiolcremesuppe mit Cheddar
  • Lasagne mit Rinderfaschiertem, dazu Blattsalat
  • Black eyed beans Eintopf auf türkische Art, mit Joghurt, Minzbutter und Brot
     
Der Cheddar in der Karfiolcremesuppe war mir eine Spur zu dominant, dennoch war die Suppe sehr schmackhaft. 
Die Lasagne beinhaltete sichtbare kleine Tomaten-, Karotten- und Paprikawürfelchen, sehr fein faschiertes Rinderfaschiertes, Käse und Bechamelsauce und war geschmacklich ein Erlebnis. Der dazu gereichte Blattsalat wurde ganz frisch mit einer äußerst leckeren Vinaigrette angemacht und war zum Glück gänzlich ohne Zucker, wie ich es bevorzuge. 
Der zuletzt verkostete türkische Eintopf mit knackigen Black eyed beans mit Joghurt, Minzbutter und frisch runtergeschnittenen Brot war ebenfalls ein kulinarischer Genuss und sehr sättigend. Danach sind übrigens lange Spaziergänge an der frischen Luft sehr ratsam! Bei Pärchen ist das gemeinsame essen dieser Speise anzuraten. ;-) 

2. Besuch: Wir hatten uns für das Essen am letzten Mittwoch entschieden und so freuten wir uns auf:

  • Karotten-Kefir-Suppe
  • Mungobohnen-Dal mit Tomaten-Apfel-Chutney und Basmatireis
  • Chicken Biryani mit Rosinen und Mandel sowie Gurken-Raita
  • Zitronenschnitte
  • Melange

Eines vorweg: Für unsere sehr an Gewürze (vor allem indische) gewöhnte Gaumen waren die Suppe und die Hauptspeisen sowie das Raita eindeutig zu lasch gewürzt. So typisch für Europäer, die zwar “ausländisch” Essen wollen, aber sich nicht mit den verschiedenen “fremdartigen” Geschmäckern vertraut machen, oder sich darauf einlassen wollen.

 

Bestes Beispiel: Wir wurden gefragt, ob wir auf die Gerichte Koriander nehmen wollten, was für diese Art von angebotener Küchen an diesem Tag unerlässlich war. Das zeigte uns schon, dass ein Großteil der Essenden diesen NICHT haben will. Schade, denn dadurch geht dieser typische Geschmack verloren. Aber wir waren froh, dass Koriander im Angebot war.

 

Die Karotten-Kefir-Suppe wurde mit einem kleinen Stückchen Brot (herrliches Landbrot) serviert. Leider wurden wir erst beim Hauptgericht zwecks Koriander gefragt, hier hätte er auch wunderbar dazu gepasst. Die Suppe war leider nicht heiß, aber doch relativ warm. Es handelte sich um eine schöne dicke Suppe mit nicht allzu fein geraspelten Karotten, allerdings dürfte der Kefir doch sehr viel von den Gewürzen neutralisiert haben, denn hier fehlte ganz einfach das gewisse Etwas. Das Brot passte hervorragend dazu.

 

Nun ging es an die Hauptspeisen, hier zog sich leider der leicht lauwarme und gewürzneutrale Eindruck fort.

Das man ein Biryani (Banausen sagen Reisfleisch ohne Paradeiser!  ), sehr schlecht warmhalten kann, ist eine Tatsache. Beim Mittagstisch werden die fertigen Gerichte, falls sich nicht auf dem Herd stehen können (anbrennen, eindicken, etc.) in Warmhaltebehältern - stehen in der Auslage - warmgehalten. An und für sich eine gute Idee.

 

Nur das Chicken Biryani war nicht einmal mehr lauwarm. Hier würde es vielleicht helfen, wenn die Teller und Schüsseln gewärmt wären, dann würde die paar Grad nicht auch noch durch das kalte Geschirr verloren gehen.

 

Leider fehlten mir auch hier die typisch indischen Gewürze, wie Kurkuma, Kreuzkümmel, Kardamom, etc. Einzig die Rosinen und die gerösteten Mandelblättchen haben hier das südasiatische Flair und natürlich der extra georderte Koriander vermittelt.

 

Das im gleichen Teller servierte Gurken-Raita bestand nur aus Joghurt und Gurken. Hier fehlten mir die Gewürze komplett, und Kreuzkümmel ist für ein Gurken-Raite unerlässlich von Koriander und anderen wunderbaren Gewürzen ganz zu schweigen. Da es ebenfalls auf dem Teller war und dieses logischerweise kalt war, kühlte die eh schon lauwarme Hauptspeise noch schneller ab.

 

Das Mungobohnen-Dal (Dhal - kann aus unterschiedlichsten Hülsenfrüchten hergestellt werden) war etwas wärmer als das Chicken Biryani, allerdings in einer mehr als püreeartigen festen Form. Wir kennen es eigentlich nur, wenn man die Bohnen, Linsen, etc. noch sieht und es mehr an unsere Linsengerichte erinnert, also mehr saucenartig ist. Auch hier, bis auf den Koriander, frei von exotischen Gewürzen. Das kalte Chutney auf dem selben Teller sowie der warme Basmatireis ... Abkühlung vorprogrammiert.

 

Das Tomaten-Apfel-Chutney war herrlich erfrischend und ein wahre Geschmacksexplosion. Hier wurde zum Glück nicht mit Gewürzen gespart. Diesen Mut hätten wir auch gerne bei den Hauptspeisen herausschmecken wollen.

 

Das Highlight war der Nachtisch. Die Zitronenschnitte schmeckte eindeutig nach Zitrone und war ein Traum. Der herrlich buttrige Mürbteig trug die Zitronenmasse und hob sie in ungeahnte Geschmackssphären. Die werden wir sicherlich wieder “vernaschen”.

Die Melange war sehr gut und auch sehr stark. Damit kann der leichten Müdigkeit nach dem Essen wunderbar getrotzt werden.

 

Fazit: Speisen: 6,00 | Ambiente: 6,00 | Service: 3,00

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