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Zu ebener Erde und erster Stock (aus 5 Bewertungen die Highlights zusammengefasst)

Das wunderschöne kleine Biedermeier Restaurant „Zu ebener Erde und erster Stock“ bietet nicht nur ein einzigartiges Ambiente, sondern auch ein sehr herzliches Gastronomenehepaar, mit einem hervorragend geschulten Servicepersonal, und einer grandiosen Kulinarik. 


Hier wird einem noch aus der Garderobe geholfen und beim Verlassen des Lokals wieder in den Mantel hineingeholfen. Es gibt eine Beratung, Speiseempfehlungen und es wird sich nach jedem Gang danach erkundigt, ob es einem auch geschmeckt hat.


Außerdem befindet sich sehr oft auf der Mittagskarte kulinarische Köstlichkeiten, noch dazu zu einem sehr fairen Preis, welche man in den meisten Restaurants ausschließlich auf der Abendkarte vorfinden würde.

 

Es wird hier mit so viel Liebe und Leidenschaft frisch gekocht und man merkt den beiden Gastronomen sofort an mit viel Freude sie bei der Arbeit sind. Die Chefin ist übrigens auch für ihre selbstgebackenen Torten und Naschereien weit über den Spittelberg hinaus berühmt.

 

 

Bereits das Gedeck war sehr vielversprechend. Ein Brotkorb mit verschieden Brotsorten hell/dunkel frisch aufgeschnittene Brotscheiben, dazu gab es zwei Aufstriche. Mich begeisterte vor allem das deftige Kürbis-„Vahockate“ aber auch der milde Liptauer wusste zu überzeugen.


Kaum waren die Schälchen sowie der Brotkorb leer wurde schon nachgefragt, ob es noch etwas sein dürfte und da es uns so geschmeckt hatte, konnten wir dieser netten Einladung nicht widerstehen und stürzten uns auf die nochmals servierten Aufstriche und das köstliche Brot.

 

Die Wiener Schnitzerln von der Fledermaus (Schweinderl) waren blond herausgebacken und auch hier war es ein Genussspektakel. Sehr zartes Fleisch, knusprige Panier. Vortrefflich! Garniert wurden die Schnitzerln mit einer Zitrone und mit getrockneten Petersil. Der aufkommende Wind hatte allerdings etwas gegen unseren Petersil, er wollte uns diesen doch glatt vom Teller wehen. Wir konnten aber dennoch genügend Blätter retten.


Die Salate, einmal Erdäpfelsalat und einmal Blattsalat taten ihr übriges die Speise zur Vollendung zu bringen. Beide Salat mit einer etwas ins Süße gehenden Marinade angemacht, himmlisch. Der Erdäpfelsalat selbstverständlich mit rotem Zwiebel und bei den Blattsalat staunte ich nicht schlecht, ich zählte ganze 5 verschiedene Sorten (Bummerl-, Eisberg-, Friese-, Eichblattsalat und Rucola). Hochachtung, hier bekommt man wirklich eine herrliche Mischung an den Salaten, die der Boden wachsen lässt. Das wird sicherlich nicht mein letzter Blattsalat hier gewesen sein.

 

 

Spargel Cordon Bleu mit Bärlaucherdäpfeln und Sauce Tartare

 

Jeweils drei knackige grüne und weiße Spargelstangen waren mit einem sehr aromatischem, würzigem, steirischem Bauernschinken sowie einem milden Käse umwickelt und herrlich golden paniert zu einem grandiosem Spargel Cordon Bleu verarbeitet worden. Die Spargel waren noch bissfest, wie es sein sollte. Dazu gab es fabelhafte Bärlaucherdäpfeln und in einem extra Schüsselchen, die selbstgemachte Sauce Tartare, welche ebenfalls zu überzeugen wusste. Diese mehr als ausreichende Portion war der Imbegriff eines himmlischen Genusses.

 

Spanferkelrollbraten, Kraut, Serviettenknödel

 

Die nicht gefüllte Spanferkelrollbraten-Scheibe thronte auf einer kleinen Sauerkrautinsel, welche von leicht verdickten Bratensaft und einem sehr flaumigen und dennoch gut angebratenen Serviettenknödel umgeben war. Das Fleisch war unheimlich zart, sehr saftig und hat hervorragend geschmeckt. Lediglich vom ungewöhnlich süßen Sauerkraut und den ebenfalls leicht süßlichen Bratensaft waren wir beide etwas irritiert, wobei es nicht schlecht war, allerdings hätte ich mir hier eine etwas pikantere Note gewünscht.

 

Alt Wiener Rindfleischmenü

 

Beim Alt Wiener Rindfleischmenü ist zuerst ein Suppenteller mit einem Leberknödel, Fritatten, etwas Gemüse und geschnittener Schnittlauch serviert worden, danach wurde erst der großen Suppentopf auf den Tisch gestellt. Daraus wurde mir dann von der Chefin mit einem Schöpfer die Suppe in den Suppenteller geschenkt. So sieht gelebte Erlebnisgastronomie aus. Der Suppentopf blieb für einen Nachschlag auf dem Tisch stehen.


Bereits die Farbgebung der Suppe war beeindruckend, auch geschmacklich konnte sie überzeugen, eine wirklich schöne kräftige Rindsuppe. Das Leberknödel hatte einen sehr guten und kräftigen Lebergeschmack und war gut gewürzt, die Gemüsestückchen waren noch schön knackig, einfach fabelhaft.
Als besondere Spezialität wird zur Suppe das Mark aus dem Knochen auf getostem Brot, mit etwas Salz, Pfeffer und darüber gestreuten Schnittlauch serviert, einfach fabelhaft.


In zwei Saucieren wurden zu meinem Rindfleisch-Menü-Hauptgang Schnittlauchsauce und Apfelkren an den Tisch gebracht. Die Rösterdäpfeln waren durch einen Schöpfer in Form gebracht und auf dem Teller angerichtet worden. Daneben war der Spinat und lag eine Scheibe Tafelspitz.


Die Erdäpfeln waren wunderbar angeröstet, das Fleisch sehr zart und unheimlich aromatisch und auch der Spinat war geschmacklich sehr gut. Aber wirklich sensationell waren der saftige Apfelkren (mit frisch geriebenen Kren) und die grandiose Schnittlauchsauce. Bei der Schnittlauchsauce merkte man übrigens sofort, dass hier eine selbstgemachte Mayonnaise verwendet worden war.

 

 

Backhendl mit Erdäpfelsalat

 

Als Hauptspeise hatte sich meine Frau für Backhendl mit Erdäpfelsalat entschieden. Über einen panierten Hendlbürgel (es gab zwei davon) war ein Fettschutzhäubchen gesteckt worden. In diesen Fall war es aber nur schmückendes Beiwerk und nicht wirklich notwendig, da das panierte Hendl schonend und fast fettfrei in der Pfanne zubereitet worden war. Ein wirklicher Gaumenschmaus, wie jedes verkoste Gericht. Als unangekündigte Zugabe war übrigens auch noch ein Stück panierte Leber auf dem Teller.  

 

Sachertorte im Glas

 

Die Sachertorte gehört zu Wien, wie die Nase ins Gesicht.


Aber was einem hier geboten wird, sprengt den Rahmen der Vorstellungskraft jedes noch so sachertortengeprägten Gaumens. Diese Sachertorte ist einmal, grenzgenial und unfassbar grandios. Sie ist weich, saftig, fruchtig, süß - aber nicht zu süß. Perfekt ist untertrieben. Dieses - mir gehen schön langsam die Superlative aus - phänomenale Dessert MUSS man unbedingt einmal im Leben gekostet haben, sonst hat man wirklich etwas versäumt.


Der sehr schokoladige Schokoteig der Torte verbindet sich mit der wunderbaren Marillenmarmelade und der Schokoglasur zu einer Sinfonie der hohen Genusskunst. Selbstverständlich darf das dazugehörende Schlagobers nicht fehlen. Alles perfekt aufeinander abgestimmt. Reinlegen hätte ich mich können.

 

 

Mohnkoch mit Schokoladensauce & Zimtparfait 

 

Zum Abschluss bestellte ich mir noch den, wie sich später herausstellen sollten, gigantisch guten Mohnkoch mit Schokoladensauce & Zimtparfait Rumschaum &Beerenröster. Das Mohntürmchen war noch leicht warm und darüber wurde noch etwas Schokoladensauce gegossen. Angelehnt war ein halbgefrorener Zimtparfait mit Rumschaum. Daneben lag eine kleine Beerenröster-Insel. Auf der anderen Seite, neben den Mohntürmchen, gab es noch einen Tupfer Schlagobers und ein frisches Minze Blatt. Die daraus entstandene Geschmacksexplosion war ein unheimlicher Genuss und kulinarische Verführung pur.

Fazit: Speisen: 10,00 | Ambiente: 10,00 | Service: 10,00

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