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MotiWirt!n (aus 8 Bewertungen die Highlights zusammengefasst)

 Die Motiwirt!n, bestehend aus Lisa (Servicebereich) und Christian (Koch), sind ein junges äußerst sympathisches Gastronomen-Paar. Zusammen betreiben sie ein sehr ansprechendes modernes Wiener-Beisl.
 
Es gibt drei Hochtische und fünf Tische für jeweils 4 Personen, im Nichtraucherraum mit Bar. Die Tische sind im edlen schwarz gehalten (ohne Tischtuch darüber) und die Bestuhlung ist mit weißer Polsterung versehen. Außerdem gibt es noch einen Raucherraum mit Schiebetür. Hier gibt es auch runde 4er-Tische.


Das Interieur ist schlicht und elegant. Als Hauptfarben fungieren schwarz/weiß und der  stimmungsvolle Farbklecks kommt vom romantischen Kerzenlicht. Auf jedem Tisch befindet sich ein brennendes Teelicht und auf den Fensterbänken sowie im Bereich des Einganges befinden sich Laternen mit Kerzen, diese sind in unterschiedlichen Größen vorhanden.
Beim Betreten des Lokals wurden wir sofort von der charmanten Chefin sehr herzlich in Empfang genommen. Unsere zuvor telefonisch getätigte Reservierung war nicht umsonst gewesen und der Tisch wurde sogar unter unserem Namen reserviert und mit einer Tischkarte versehen. Leider nicht selbstverständlich in der heutigen Zeit. Sehr oft frage ich mich warum ich überhaupt noch eine Tischreservierung durchführe, wenn dann dem nicht entsprochen wird. Allerdings bei der Motiwirt!n macht eine Tischreservierung tatsächlich Sinn und ist garantiert auch nicht unvernünftig, da das Lokal ziemlich gut besucht war.


Sowohl Christian als auch Lisa sind durch Freundlichkeit, Herzlichkeit und Liebe zur Gastronomie äußerst positiv aufgefallen. Hier lebt ein gastronomisches Paar tatsächlich ihren Traum aus, das sieht, fühlt und schmeckt man. Während unseres Aufenthalts fanden beide Gastronomen immer wieder die nötige Zeit dazu zwischendurch mit Ihren Gästen zu sprechen. Ob nun Ambiente, Service oder Kulinarik, innerhalb kürzester Zeit hat mich die Gastwirtschaft Motiwirt!n von sich begeistern können.


Bei Christan habe ich mich im Laufe des Abends noch erkundigt ob mein saisonales Leibgericht (Martinigansl) im November auf der Speisekarte steht. Worauf ich die hilfreiche Information bekam, dass es das klassische Martinigansl um € 18,90 mit Rotkraut und Knödel demnächst geben wird. Die Gänse kommen übrigens von einem Bio Bauernhof am Wechsel und man soll mindestens 4 Tage vorher sein Martingansl reservieren.



Diverse kulinarische Genüsse:

Martinigansl-Menü 

  • Gruß aus der Küche (Gänseschmalz mit Herz und Magen dazu gab es einen Korb frisches, dunkles Brot)
  • Gänseleber mit Apfelbällchen und Erdäpfel
  • Martinigansl mit Rotkraut und Erdäpfelknödel
  • Topfenknödel auf Himbeerspiegel

Bereits der Gruß aus der Küche war ein delikates Highlight. In einem kleinen Rexglas war das Gänseschmalz mit Herz und Magen (am Boden) eingelassen. Dazu gab es einen Korb mit frischem, dunklem Brot. Schon beim Schmalz stellte sich die absolute Qualität der zubereiteten Bio-Gans heraus. Sehr fein und edel im Geschmack. Köstlich.

Anschließend wurde die sehr zarte und köstliche Gänseleber mit Apfelbällchen und Erdäpfel kurz angebraten und serviert. Jede Komponente dieses kleinen Gerichtes ein kulinarischer Traum, das ganz eine kulinarische Traumsymphonie.

Nun folgte der Hauptgang:
Das ¼ Martinigansl wurde mit einem riesigen selbstgemachten Erdäpfelknödel serviert und lag in ein klein wenig Gänsesaft. In einer kleinen extra Schüssel bekamen wir dann noch das Safterl vom/zum Gansl. Wie es sich gehört wurde auch das Rotkraut, hierorts mit fruchtigem Orangensaft verfeinert, in einer extra Schüssel serviert.


Die Haut der Gans war wunderbar knusprig und goldbraun gebraten. Das Fleisch war unheimlich zart, sehr saftig und herrlichst aromatisch gewürzt. Endlich einmal kein ausgetrocknetes Stück Fleisch, was stundenlang in einem Konvektomat oder unter einem Salamader auf seinen Gast warten musste.
Bei der MotiWirt!n bekommt man diese traditionelle Spezialität tatsächlich noch ofenfrisch serviert. Wer also Martinigansl liebt der sollte bzw. muss unbedingt bei der MotiWirt!n sein Gansl reservieren. Er/Sie wird es nicht bereuen.


Das Rotkraut mild im Geschmack und durch den Orangen- und Apfelsaft sehr fruchtig. Es hatte aber dennoch die richtige Bissfestigkeit.
Der riesen Erdäpfelknödel war wunderbar. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Endlich einmal ein Knödel, dass diese Bezeichnung auch verdient. Ein herrlicher Erdpäfelgeschmack und dazu auch noch die entsprechende Saugfähigkeit, diesen herrlichen Saft aufzunehmen. Jeder Tropfen, der auf den Teller verbleiben müsste, wäre eine Sünde.


Als krönenden Abschluss hatten wir noch flaumig weiche Topfenknödel auf köstlichen Himbeerspiegel. Die drei kleinen Topfenknödeln waren ob der Flaumigkeit und Frische das Tüpfelchen auf dem i des Abends. Diese wurden übrigens von einem herrlichen (kernlosen) Himbeerspiegel begleitet und waren optimal zu diesen Top-Topfenknödeln.


Der Backhendlsalat bestand aus Häupelsalat, rote Zwiebelscheiben, Kartoffelsalat, geteilte Cocktailtomaten, etwas Paprika in Streifen geschnitten sowie einigen Gurkenscheiben und selbstverständlich einige Stücke paniertes Hendlfleisch. Die Hendelstücke wunderbar zart und saftig sowie goldbraun herausgebacken und saßen auf einem Nest der oben schon erwähnen Salate und Gemüsen. Ein sehr erfrischendes und doch schön sättigendes kleines Gericht, so für zwischendurch.


Die Teller wurden gebracht und auf einem See aus herrlichem Natursaft entstieg eine Insel aus Kartoffelpüree und darauf erhob sich ein Gebirge aus einem Wahnsinns-Fleischlaberl, der Gipfel mit Röstzwiebel bestreut.

 

Das hier alles selbstgemacht ist, versteht sich von selbst und bedarf eigentlich keiner weiteren Erwähnung.

 

Die Röstzwiebel herrlichst herausgebraten, knackig und schön gebräunt, kein unnötiges Gramm Fett zu viel.

 

Das Faschierte Laibchen, ein Monster par excellence, war mit einer herrlichen Kruste versehen. Dennoch war es Innen weich und zart, fast schon flaumig, aber dennoch fest genug, dass es zwar nur mit der Gabel zerteilt werden konnte, aber dennoch nicht zerfiel. Die Gewürze waren sehr fein aufeinander abgestimmt und ergaben ein köstliches Bukett, dass den Fleischgeschmack hervorhob und unterstrich.

 

Das Kartoffelpüree war ebenfalls fein abgeschmeckt, hier passierte es leider, dass die Kartoffel zu viel Wasser ließen und es dadurch etwas an Körper verlor. Aber man kann halt in die Kartoffeln nicht reinschauen, passierten den Besten und ist zu verzeihen.

 

Der Natursaft rundete die ganze Speise perfekt und harmonisch ab.


Fondue: 

 

Man kann zwischen Öl- und Suppenfondue wählen. Die Zutaten sind:

  • Beiried
  • Hühnerfleisch
  • Schweinefleisch
  • Garnelen
  • Gemüseteller (Paprika, Zucchini, Champignons)
  • Currysauce
  • Knoblauchsauce
  • scharfe Sauce
  • Knoblauchbaguette

und das alles so viel man will bzw. so viel man essen kann.

Zugegeben wir haben nachbestellt, aber es hielt sich doch - für unsere Verhältnisse - in Grenzen.  Wir waren sogar die Ersten, die “Gemüse” (Paprika) nachbestellten. Auch bei einem Öl-Fondue kann man sich schließlich "gesund" ernähren.

 

Fleisch und Meeresgetier waren wunderbar mariniert. Das Knoblauchbaguette kam direkt aus dem Backrohr und war dementsprechend noch schön warm. Die Saucen waren in kleinen Schälchen untergebracht.

 

Die Currysauce war sehr gut. Bei der Knoblauchsauce hätte ich noch eine Spur mehr Knobi vertragen, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Die scharfe Sauce war extrem köstlich. Nicht nur, dass sie wirklich scharf war, es waren auch noch Zwiebeln darin, köstlich.

 

Für Patscherte wäre es noch nett, wenn ein kleines Sieb bereit gestellt werden würde (wird üblicherweise für den Mongolischen Feuertopf verwendet), damit das von der Fonduegabel gerutschte Gut aus dem Topf gefischt werden könnte.

 

Erwähnenswert ist auch noch, dass es sich hier um ein ganz normalen Fonduegeschirr (Topf, Gestell und Brenner) handelt. Der Brenner hält ungefähr 1,5 Std. und ist mehr als ausreichend, wobei ein zweiter Brenner sicherlich keinerlei Problem darstellt. Sofern man noch nicht satt ist. 


Eine beeindruckende Portion Schweinsschnitzel (3 Stück pro Portion) mit optimalen Breiten- und Höhenverhältnissen, lag vor mir, wohlschmeckend und sehr saftig, mit einer zarten Bröselpanier auf meinen Teller, selbstverständlich mit der obligatorischen Scheibe Zitrone. Dazu gab es noch einen sehr schmackhaften frischen und auf Zimmertemperatur servierten Erdäpfelsalat. Der Senfgeschmack hätte eine Spur dezenter sein können, aber ansonsten war er fabelhaft. Der, äußerst fein darüber gehobelte, rote Zwiebel war süß und sehr aromatisch.

 


Heurigenwochen bei der MotiWirt!n:

 

Die Pikante Heurigenplatte bestand aus:
  • Osterschinken
  • Kümmelbraten
  • Schweinsbraten
  • Hauswürstel
  • Rohschinken
  • Hartkäse
  • Liptauer
  • halbes Ei
  • Gurkerl
  • Kren
Jeder einzelne Bestandteil ein Wahnsinn im Geschmack und wunderbar dünn geschnitten. Hervorheben möchte ich hier den Kümmelbraten, die Kruste war so knusprig, das reinste Vergnügen da hineinzubeißen.
Die zusätzlich bestellte Blunzen und Presswurst vom Feinsten. Liebhaber dieser rustikalen Köstlichkeiten dürfen sich diese beiden Produkte auf keinen Fall entgehen lassen, ein Traum. Danke für diese herrlichen Geschmacksexplosionen.

Dass die Gurkerln und die Pfefferoni schön knackig waren, und der Kren die richtige Schärfe mitbrachte ist bei der Motiwrt!n selbstverständlich und eigentlich keine Erwähnung wert. Ich tu´s aber trotzdem.

Schon alleine mit diesen paar herzhaften und herrlichen Produkten habt ihr uns überzeugt, aber es ging so noch weiter immer höher und höher in die Sphären des absoluten Genusses.
Über die Feine Käseplatte
  • Rolino
  • Camembert
  • Roter Mönch mit Birne
  • Mondseer
  • Tiroler Felsenkeller
  • Österkron
freute sich mein Mann sehr und verputzte diese in Windeseile. Auch hier ein Käse besser und feiner als der andere. Richtig temperiert wurden die Käse mit einer Traube von grünen Weintrauben sowie etwas Chutney/Marmelade.
Weiter ging es mit dem Bunten Aufstrichteller
  • Liptauer
  • Bärlauchaufstrich
  • Kürbiskernaufstrich
  • Eiaufstrich
  • Verhackerts
Hier waren meine Favoriten der Liptauer und der Bärlauchaufstrich. Wobei die anderen auch sehr gut waren, aber man hat halt so seine Vorlieben.
Dekoriert wurde dieser Teller liebevoll mit Gurkenscheiben und Paprikastreifen.

Die Krönung bei jedem Essen ist ja das Dessert. Dieses wurde uns in Form von Salzburger Nockerln serviert.


Die etwas festeren Nockerln, klassisch 3 Stk., wurden in einer kleinen Pfanne gebracht und thronten auf etwas Marmelade. Hier muss man ehrlich sagen, dass genau die richtige Süße erwischt wurde. Die Nockerln waren mit Staubzucker bestäubt und so ergaben. der Zucker mit der Marmelade. die richtige Süße für die Salzburger Nockerln.


Fazit: Speisen: 10,00 | Ambiente: 10,00 | Service: 10,00

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